Roger Boltshauser – Ausstellung in der Galerie d’Architecture Paris

Roger Boltshausers freie bildnerische Arbeit ist ohne sein architektonisches Schaffen ebenso wenig zu erklären sind wie umgekehrt seine Architektur nicht ohne die künstlerischen Arbeiten. Wir hatten die Aufgabe dies und gleichzeitig seine Methodik der Beantwortung gestalterischen Fragen sowie die hier konsequent geübte Interferenz von Architektur und Kunst aufzeigen. Deshalb setzten wir bei der gut 500 Seiten starken Monografie »Roger Boltshauser« nicht etwa ein buntes Architekturbild sondern den Ausschnitt einer Skizze des Architekten auf das Leinencover. Genauso wie beim Eintritt in den Buchkörper stellen wir auch bei der Ausstellungsgestaltung die Skizze an den Anfang und verwandeln den Eingang der Galerie in eine raumgreifende, begehbare Zeichnung. Auch die Szenografie in den Galerieräumen kontextualisiert Architektur und Kunst. Architekturmodelle stehen wie Skulpturen auf mächtigen schwarzen Podesten. Mit körperhaften Holzrahmen wird das bildnerische Werk und gleichzeitig das architektonisches Schaffen dargestellt – Skizzen, Pläne, Schwarzweißfotografie. Vorstellungsinhalte werden durch die bewusste Vervielfältigung immer gleicher Passepartout-Formate erhöht und geraten in sich zu einem neuen wandbildnerischen Ausdruck. Im filigranen wandhohen Metallgestänge verlinken ausgesuchte Materialproben das Dargestellte mit der Materie.